„Neuer Impfstoff gegen die Pandemie“

Agil in die Digitale Transformation mit der richtigen Weichenstellung von Peopleware Wendelgass

Unternehmen & Organisationen
mit agilem Mindset immunisieren

Es kann vermutlich jeder zustimmen, dass Anbetracht der größeren Pannen und Probleme während der Pandemie z.B.: beim COVID19-Testen, in der Krisen Kommunikation, in der Krisen Strategie und bei der Impfstoffbeschaffung Verbesserungspotenzial besteht. Nachdem Deutschland zu Beginn die Krise scheinbar gut im Griff hatte, wird die Kritik am Vorgehen von Bund und Ländern immer lauter. Es sind die viele Aktionen – viel vom Gleichen – die uns scheinbar auf der Stelle trippeln lassen. „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“  – so Einstein vor einem halben Jahrhundert. Bringen uns wiederholte Lockdowns allein weiter? Was, wenn weitere, gefährlicher neue Mutationen auftauchen? Wie wollen wir dann reagiere? Wie lange warten? Wie zu neuen Maßnahmen kommen?

Was wir sehen, ist ein etabliertes, ehemals erfolgreiches, stabiles Gesundheitssystem, für das die Pandemie jetzt eine besondere Herausforderung bzw. eine Überforderung darstellt. Es ist Zeit, unser (Gesundheits-) System zu immunisieren gegen diese und folgende Krisen.

Die Impfung heißt: Agiles Mindset[1] und Scrum[2].

Unabhängig von der aktuellen Pandemie: Agile Methoden werden im Rahmen der Digitalen Transformation – eine globale Herausforderung – seit Beginn dieses Jahrtausends zunehmend eingesetzt. In größeren Konzernen und kleinen Startups gehört diese Antwort auf die Digitalisierung schon länger zum Mittel der Wahl. Auch der Mittelstand und Handwerk stellen sich langsam darauf ein hat aber nach wie vor auch noch einen sehr großen Nachholbedarf.

In Behörden, Verwaltungen und NGOS ist dieser Ansatz leider fast gar nicht zu finden. Dabei würde eine agile Führung immunisieren gegen

  • „das haben wir schon immer so gemacht“ oder gegen
  • ich verstehe Sie total, aber bei uns funktioniert das leider nicht“ oder gegen
  • ich kann das leider nicht entscheiden, sonst hätte ich das schon lange geändert“ und gegen
  • „das mag im Betrieb XYZ funktionieren aber, wir haben ganz andere Herausforderungen“ oder speziell
  • „das funktioniert bei uns in Bayern (oder Berlin, BW, …) nicht“.

Das sind alles Einwände, um sich in der Komfortzone einzunisten oder eigene Interessen durchzusetzen, die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.


[1] Agilität ist eine Vision, die einen Werte-Canon zur Erreichung von gemeinsamen Zielen darstellt: Agiles Management z.B.: im Gabler Wirtschaftslexikon http://bit.ly/pww-link01 , oder Springer: Das agile Manifest – eine Einführung (http://bit.ly/pww-link02 )

[2] Scrum ist ein auf der agilen Vision aufsetzendes Vorgehensmodell: agiles Projektmanagement auf Business-Wissen: http://bit.ly/pww-link00


Raus aus der Komfortzone

Es wird Zeit, die Komfortzone zu verlassen, die digitale Disruption zu erkennen und rechtzeitig gegenzulenken, bevor wir als Unternehmen oder als Land auf dem Abstellgleis stehen.  Jetzt heißt es die Weichen richtig zu stellen und neue Führungs- und Managementprinzipien zu etablieren. Dies gilt für die Industrie, dort vor allem im Mittelstand und im Handwerk und auch im „behördlichen Umfeld“, zum Beispiel in den Bereichen Bildung, Gesundheit, und speziell bei der Bekämpfung der COVID19 Pandemie. Es wird höchste Zeit, die Digitalisierung neu zu denken.

Dazu bietet sich die agile Denkweise an. Das agile Prinzip wurde zu Beginn des Jahrtausends u.a. von Jeff Sutherland[3] und Ken Schwaber begründet. Das Agile Konzept war ursprünglich eine Antwort auf eine Vielzahl gescheiterter Softwareprojekte, bei denen aufgrund steigender Komplexität herkömmliche Organisationshierarchien nicht mehr zurechtkamen.

Globalisierung und Digitalisierung sind die heutigen komplexe Herausforderungen in allen Lebensbereichen, die Pandemie ist dafür ein Paradebeispiel. Das agile Prinzip setzt sich langsam auch außerhalb von Softwareprojekten in allen Organisationsformen und Projekten durch. Die folgende Statistik, zeigt, dass sich das zu lohnen scheint:

Im agilen Umfeld scheinen die Projekte fast doppelt so oft erfolgreich zu sein. Dagegen scheitern mehr als 2,6-mal so viele herkömmliche Projekte.

Agiles Mindset

Das Agile Vorgehen ist vor allem eine Haltungs- oder Mentalitätssache (neudeutsch: Mindset).  Die folgenden Werte und Leitsätze bilden die Wurzeln eines agilen Mindsets, im Folgenden exemplarisch mit den möglichen Konsequenzen in einer agilen Pandemiebekämpfung kommentiert:

  • Zuständigkeit wahrnehmen, Selbstverpflichtung, Kommitment
    Alle arbeiten in einem autarken Team, das sich verpflichtet selbst alles zu unternehmen, um die Pandemie in den Griff zu bekommen
  • Einfachheit, „Keep it short & simple“
    Man nähert sich der Lösung in kleinen einfachen allgemein gültigen Schritten. Alle Experten stimmen diese Lösung als Team ab
  • Immer auf das Ziel fokussiert sein
    Die Eingrenzung der Pandemie steht im Vordergrund, darauf sind alle eingeschworen. Persönliche Interessen (politisch, wissenschaftlich, journalistisch, etc.) treten in den Hintergrund.
  • Kontinuierliche Kommunikation
    Das Team kommuniziert kontinuierlich miteinander, konkret durch tägliche kurze (ca. 15 Minuten) Stand-Up Meetings (auch telefonisch oder per Videokonferenz). Kommunikation mit dem Auftraggeber ist eine wichtige Säule.
  • Kontinuierliches Feedback in allen Bereichen
    Teammitgliede geben sich Feedback. Das Team überprüft regelmäßig, wie es die Zusammenarbeit (nach innen & außen) verbessern kann. Das Team überprüft wie die veröffentlichten Pandemie Maßnahmen wirken, wie sie kommuniziert werden, wie sie verstanden werden und zu welchen Ergebnissen sie führen. Es passt Kommunikation und Maßnahme entsprechend an. 
  • Respekt untereinander, vor dem Auftraggeber, vor dem Nutzer unserer Produkte und Dienstleistungen
    Jede Meinung zählt, jede Diskussion ist erlaubt, es gibt keine Tabus.
  • Mut (eigene Fehler zugeben, auf andere Fehler hinweisen, Verantwortung übernehmen, Delegieren)
    Es herrscht eine respektvolle und adaptive Fehlerkultur.
  • Offenheit alles zu hinterfragen und zu informieren
    Abwägung ist eine weitere wichtige Säule. Dabei werden alle Expertendisziplinen gehört (Gesundheit, Ethik, Wirtschaft, Gesetz, etc.)

[3] Jeff Sutherland (* 20. Juni 1941) ist einer der Schöpfer des Frameworks Scrum.  Sutherland war an der Erstellung des Agilen Manifests im Jahr 2001 beteiligt. Zusammen mit Ken Schwaber schrieb und pflegt er „The Scrum Guide“, die offizielle Definition des Frameworks

Scrum Framework

Damit diese Werte nicht als bloße Theorie im Raum stehen, entwickelten Sutherland und Schwaber das Scrum Framework. Scrum ist ein Vorgehensmodel, welches über gemeinsame Sprache und transparente Definitionen, hilft den beschriebenen Agilen Ansatz generell umzusetzen.

Scrum ist ein Ansatz für das gesamte Projektmanagement in allen Lebensbereichen.  

Um das agile Konzept bzw. das Framework Scrum für eine immer größere Zielgruppe anzupassen und verfügbar zu machen, bringen die Sutherland und Schwaber regelmäßig alle paar Jahre eine neue Fassung ihres Leitfadens, dem sogenannten Scrum Framework[4] heraus (die letzte Version erschien im November 2020.

[4] Aktueller Scrum Guide in englischer Sprache: http://bit.ly/pww-link03

Scrum Guide 2020 und die Anwendung in der Pandemiebekämpfung

Im Anhang finden Sie dieses Dokument als PDF inklusive der von mir ins deutsche übersetzten Version des aktuellen Scrum Guide:The Definitive Guide to Scrum: The Rules of the Game” Gleichzeitig stelle ich jedem Paragrafen des Scum Guide Schritt für Schritt eine zweite Lesart als Vorschlag zur Pandemiebekämpfung gegenüber.